
Eine Zucht lebt von der Vielfalt an Zuchtstuten und Zuchthengsten und der sorgfältigen Auswahl von Anpaarungen nach Exterieur und Verhalten. Und ein Züchter sollte seine Zucht selbst über mehrere Generationen herzeigen, die Produkte auch auf neuen Plätzen in ihrer Entwicklung nachverfolgen können und danach trachten, die Nachkommen auch der 3. Generation noch zu kennen.
Um Züchter zu werden, sollte man die Familien, die Aufzucht, die Lebensbedürfnisse und möglichst auch die Aufzuchtgebiete der Tiere kennenlernen. Am besten persönlich und nicht nur vom Photo her, sondern auf Reisen zu möglichst vielen Züchtern und Zuchtstätten. Und durch das Studium einschlägiger Fachliteratur. Aber lesen Sie auch Märchen und Geschichten rund um die Huzulen, wie: "On the high Uplands, Sagas, Songs, Tales and Legends of the Carpathians", v. Stanislaw Vincenz, oder von Adam Zielinski: "Warwara, meine erste Liebe", und viele mehr.
Wenn dann beim Lesen der Namen in einem Pedigree diese Huzulen vor unserem geistigen Auge plötzlich lebendig werden, die Landschaften Südpolens, von Krakau über die Beskiden nach Gorlice, Siary, weiter nach Gladyszow, Regetow, Rszeszow auftauchen. In Rumänien die Luczyna mit ihrer bezaubernden Aura uns umfängt, dann ist man auf dem besten Weg, ZüchterIn mit Leib und Seele und aus begeistertem Herzen zu werden.
Daher: Kaufen Sie nach Möglichkeit bei Züchtern und nicht bei Händlern oder aus Großimporten heraus. Sie kennen den Gesundheitszustand der Stuten und Fohlen nicht und ersparen sich bei noch im Osten gedeckten Stuten möglicherweise Verfohlungen oder Totgeburten. Sollten Sie eine trächtige Stute kaufen, dann verlangen Sie sofort beim Kauf die Originalpapiere und einen Originaldeckschein. Lassen Sie sich nicht einreden, daß Sie den Deckschein erst dann benötigen, wenn die Stute wirklich bereits von einem lebenden Fohlen abgefohlt wurde. Mehr über Transporte, Quarantäne, Gesundheitszustand von Massenimporten von Huzulen später im TEIL 2 des Lesebuches.
Übrigens: eine Waggonladung von Huzulen kommt demnächst wieder in Österreich an! Nicht weil die Nachfrage nach Huzulen um soviel mehr gestiegen ist, oder womöglich wegen der (ohnehin nurmehr halbierten) ÖNGENE-Förderung (deswegen züchtet man nicht), sondern weil die Händler offenbar sehr gut an den Huzulen bei Großimporten verdienen. Damit richten sie aber die im eigenen Land um gute Zucht bemühten Züchter zugrunde, die auf ihren Produkten sitzenbleiben, weil sie nie mit Preisen für Stuten von Massenimporten aus dem Osten konkurrieren können.